Soziale Sicherung im Schatten von Apartheid
Von der Rassen- zur Klassengesellschaft

Von: Jürgen Stetten 
Der Überblick, März 2001

(Second Part)

Das letzte Reformfeld sind Verbesserungen im privaten Zweig des Systems. Zwar bieten die zahlreichen privaten Renten- und Krankenversicherungsträger ein Leistungsniveau, das wesentlich über dem des staatlichen Systems liegt. Aber auch im privaten Bereich wird über Probleme geklagt. Die Vielzahl der Versicherungsträger und –modelle lädt zu Missbrauch ein. Verbraucherschutz wird klein geschrieben. Experten fordern schärfere Kontrollen und eine Neuregulierung des Sektors. 

Noch ist unklar, in welche Richtung die Vorschläge der Taylor-Kommission gehen werden. Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass der Schwerpunkt auf Reformen im staatlichen Zweig des Systems liegen wird. Von einem integrierten System – zentraler Bestandteil jeder sozialen Marktwirtschaft – ist Südafrika noch weit entfernt. Wie tief verwurzelt die südafrikanische Zweiklassengesellschaft nach wie vor ist, zeigen die öffentlichen Anhörungen der Taylor-Kommission. Nachdem die Vertreter der privaten Wirtschaft zu den allgemeinen Anhörungen nicht erschienen waren, wurde für sie eine separate Veranstaltung durchgeführt. Die dort geführte Debatte geriet zum bloßen Schlagabtausch. Die Wirtschaft interessiere sich nicht für die sozialen Themen, so die eine Seite. Die Regierung ignoriere die Interessen der privaten Versicherungs- und Anlagebranche, so die andere Seite. Wo es um handfeste Interessen geht, helfen Töne der Versöhnung nicht weiter. 


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